Nicht jedes Gebäude ist ein guter Kandidat für autonome Reinigung – aber deutlich mehr, als viele erwarten. Ob Ihr Objekt robotertauglich ist, lässt sich anhand weniger Kriterien gut vorprüfen. Diese Checkliste fasst zusammen, was wir bei Objektanalysen tatsächlich prüfen – damit Sie vor dem ersten Beratungstermin selbst einschätzen können, wo Ihr Objekt steht.
1. Die Fläche: Zusammenhängend schlägt groß
Wichtiger als die Gesamtquadratmeter ist die zusammenhängend befahrbare Fläche: Ein Roboter, der lange Bahnen ohne Unterbrechung fahren kann, liefert mehr autonome Reinigungszeit als einer, der ständig rangiert oder umgesetzt werden muss. Prüfen Sie: Wie groß ist die größte zusammenhängende Fläche? Ist sie über breite Wege mit weiteren Flächen verbunden? Müsste der Roboter zwischen Bereichen über Aufzüge oder Schwellen wechseln?
Ein Erfahrungswert aus unseren Objektanalysen: Der tatsächlich autonom befahrbare Anteil liegt oft unter dem, was der Grundriss vermuten lässt – Verstellung, Möblierung und enge Passagen reduzieren die nutzbare Fläche. Planen Sie deshalb immer mit Puffer und rechnen Sie Wirtschaftlichkeit nie auf Basis der Bruttofläche.
Konkret aus der Praxis: In vielen Objekten machen die reinen Korridor- und Fahrflächen typischerweise nur rund 9 % der Grundfläche aus – ein Erfahrungswert aus über 400 betreuten Objekten. Normübliche Planungsannahmen liegen mit 12–18 % höher; kalkulieren Sie deshalb stets einen Planungspuffer ein und rechnen Sie nie auf Basis der Bruttofläche.
2. Der Boden: Belag, Zustand, Übergänge
Scheuersaugroboter sind für Hartböden gemacht: Feinsteinzeug, PVC, Linoleum, Epoxid, versiegelter Beton. Kritischer sind stark beschädigte Beläge, tiefe Fugen, lose Bodenplatten und steile Rampen. Prüfpunkte: Bodenbelag und Zustand, Schwellen und Übergänge zwischen Bereichen, Steigungen und Gefälle (Herstellergrenzwerte beachten), Dehnungsfugen und Gitterroste sowie stark spiegelnde oder verglaste Flächen bis zum Boden, die Sensorik herausfordern können. Für Teppichflächen gibt es eigene Sauglösungen (z. B. LionsBot R3 Vac) – Nass- und Saugrobotik folgen unterschiedlichen Regeln.
Zu den Herstellergrenzwerten: Die LionsBot-Scheuersaugroboter R3 Scrub Pro und R3 Vac sind für ebene Hartböden ausgelegt und laut Hersteller nicht für den Betrieb auf Rampen oder Steigungen vorgesehen; Hindernisse und Schwellen oberhalb von etwa 5 cm werden erkannt und umfahren. Der Pudu MT1 bewältigt Steigungen bis 8° und Hindernisse bis 5 cm. Für steile Rampen oder Sonderböden klären wir die Eignung modellabhängig direkt mit dem Hersteller – Steigungsangaben aus dem Handel übernehmen wir bewusst nicht ungeprüft.
3. Hindernisse und Verstellungsgrad
Moderne Sensorik erkennt Personen, Paletten und Einkaufswagen zuverlässig – aber jedes Ausweichmanöver kostet Flächenleistung. Entscheidend ist der Verstellungsgrad zur Reinigungszeit, nicht tagsüber: Ein Verkaufsraum, der nachts aufgestuhlt und leergeräumt ist, reinigt sich autonom hervorragend, auch wenn er tagsüber voll steht. Prüfen Sie außerdem: bewegliche Displays und Aufsteller, herabhängende Waren in Regalgassen, Kabel und Ladezonen auf den Routen.
4. Infrastruktur: Wasser, Strom, Netz
Drei unspektakuläre, aber entscheidende Punkte. Wasser: Wo wird der Frischwassertank befüllt und der Schmutzwassertank entleert? Kurze Wege zur Ausgussstelle sparen täglich Minuten. Strom: Die Ladestation braucht einen geeigneten Stellplatz mit Steckdose – trocken, zugänglich, außerhalb von Verkehrswegen. Netz: Für Flottenmanagement, Reports und Remote-Entstörung ist WLAN- oder Mobilfunkabdeckung auf der Fläche sinnvoll; die Reinigung selbst läuft auch offline.
5. Betrieb und Personal
Robotertauglichkeit ist auch eine organisatorische Frage: Gibt es ein Zeitfenster, in dem die Fläche weitgehend frei ist? Wer im Team übernimmt Befüllen, Starten, Entleeren und Sichtkontrolle (wenige Minuten pro Lauf)? Gibt es einen Ansprechpartner je Schicht bzw. Objekt? Und: Ist das Team eingebunden? Die Erfahrung zeigt, dass Akzeptanz die wichtigste „weiche" Voraussetzung ist – wie die Einführung gelingt, beschreibt der Ratgeber Roboter erfolgreich einführen.
6. Sonderfälle: Aufzüge, Mehrgeschossigkeit, Publikumsverkehr
Mehrgeschossige Objekte sind machbar, erfordern aber ein Konzept: Entweder wird der Roboter je Etage eingesetzt (mit Karten je Ebene und manuellem Umsetzen), oder der Einsatz konzentriert sich auf die Etage mit der größten Fläche. Reinigung bei Publikumsverkehr ist mit entsprechend zertifizierter Sensorik möglich (Sicherheitsanforderungen nach DIN EN IEC 63327) und in Supermärkten täglich gelebte Praxis – mehr dazu im Ratgeber Reinigungsroboter im Supermarkt.
Die Checkliste kompakt
Fläche: größte zusammenhängende Fläche, Verbindungswege, Etagenwechsel. Boden: Belag, Zustand, Schwellen, Steigungen, Fugen. Verstellung: Zustand zur Reinigungszeit, bewegliche Hindernisse. Infrastruktur: Wasserstelle, Ladeplatz, Netzabdeckung. Organisation: Reinigungsfenster, Verantwortlichkeiten, Team-Akzeptanz. Wirtschaftlichkeit: heutiger Stundenaufwand für die Flächenreinigung als Vergleichsbasis (TCO-Rechnung).
Wenn Sie die Mehrzahl der Punkte positiv beantworten können, ist Ihr Objekt mit hoher Wahrscheinlichkeit robotertauglich. Die verbindliche Antwort liefert die Objektanalyse vor Ort – inklusive Probefahrt auf Ihrer Fläche.
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FAQ
Welche Mindestfläche braucht ein Reinigungsroboter? Eine harte Untergrenze gibt es nicht – entscheidend ist das Verhältnis von autonomer Fahrzeit zu Rüstzeit. Als grobe Orientierung: Je größer die zusammenhängende Fläche und je höher der Reinigungsturnus, desto eher lohnt sich der Einsatz (Details zur Amortisation).
Funktionieren Reinigungsroboter auf jedem Boden? Scheuersaugroboter arbeiten auf gängigen Hartböden. Stark beschädigte Beläge, tiefe Fugen und steile Rampen sind Ausschluss- bzw. Prüfkriterien; für Teppich gibt es eigene Saugroboter.
Kann der Roboter Aufzug fahren? Ein automatischer Etagenwechsel ist bei Reinigungsrobotern nicht der Standardfall. Mehrgeschossige Objekte werden üblicherweise mit Karten je Etage und manuellem Umsetzen gelöst – oder der Einsatz konzentriert sich auf die flächenstärkste Ebene.
Was passiert, wenn Hindernisse im Weg stehen? Der Roboter erkennt Hindernisse, umfährt sie oder stoppt und meldet sich. Dauerhaft zugestellte Routen kosten allerdings Flächenleistung – deshalb zählt der Verstellungsgrad zur Reinigungszeit zu den wichtigsten Prüfpunkten.
Wie finde ich heraus, ob sich mein Objekt eignet? Mit dieser Checkliste für die Ersteinschätzung – und einer kostenlosen Objektanalyse vor Ort für die verbindliche Antwort inklusive Wirtschaftlichkeitsrechnung.
